Schloss Rittmarshausen

„Es war einmal ein großes, altes Schloss...“

Ja, das war es wirklich.

Wir, Rudi und Bärbel Reeh, haben dort noch gearbeitet in den Jahren 1968 bis zum Umzug in „das Haus am Berg“, so wie es von denen, die es miterlebt haben, erst einmal genannt wurde. Gemeint ist damit der Umzug auf den Mahneberg in Rittmarshausen. Früher Psychagogisches Kinderheim Rittmarshausen e.V.

Leben im Schloss ging so:

Es gab für 20 Kinder 1 Toilette, 1 Badewanne. Das Bad war außen am Schloss angebaut. Man ging vom großen Flur im 1. Stock ein paar Stufen nach unten.

Einzelzimmer gab es nicht.

In der Hochparterre war im hinteren Flügel eine Wohnung, in dem das Ehepaar Dühsler mit einem Sohn, der Martin Dühsler hieß, lebte. Später kamen die Zwilinge Thomas und Joachim Dühsler dazu.

In der Hochparterre gab es eine Toilette für MitarbeiterInnen.

Im 1. Stock war die Küche und der gemeinsame Essraum für Kinder und Erwachsene.

Unten im Hochparterre gab es einen Therapieraum für Käthe Dühsler und zwei Büroräume.

In dem einen Büroraum war ich, Bärbel Reeh, beschäftigt

Herr Ernst Dühsler hatte einen unwesentlich größeren Büroraum, getrennt von mir mit einer alten Schlosstür.

Der erste Erziehungsleiter war Franz Timmermann. Dann waren noch 2 Erzieherinnen beschäftigt, Rosemarie Beuermann und Annemarie Podlich.

In der Küche war Frau Burose als Wirtschafterin und Köchin beschäftigt.

In das Kinderheim ging man über den Gutshof im Seitengang. Wenn man vor dem Schloss steht links über den Kellereingang. Im Keller stand eine große Koks- Eier-Steinkohle-Heizung, die sich lautstark bemerkbar machte.

Sämtliche Feiern, so wie Tanzveranstaltungen, Faschingsfeiern, Weihnachtsfeiern, Konfirmationen, Martin-Singen im Dorf, Schützenfeste, fanden unter der Beteiligung der Erwachsenen statt.

Irgendwie war man „immer im Dienst“. Es gehörte zur Arbeit dazu.

Alle Feiern fanden im Ess-Saal statt. Es gab monatliche Tanzvergnügen, alle Kinder lernten tanzen mit der Tanzschule Seidewitz.

Käthe und Ernst Dühsler war es wichtig, dass alle MitarbeiterInnen tanzen konnten. Käthe und Ernst waren geübte, super Tänzer.

Das Miteinander mit den Schlossbesitzern lief problemlos von statten. Ich erinnere mich heute noch an eine gedrehte rote Kordel, die unseren Bereich Kinderheim von den Schlossherren problemlos trennte.

Überhaupt war miteinander, füreinander da sein, die Kinder im Mittelpunkt der Arbeit zu sehen, ein für mich prägendes Erlebnis, wie Vorleben geht, dank Käthe und Ernst Dühsler.

Wir, die aus dem alten großen Schloss, zogen in das Haus am Berg 1970. Das Haus war nun groß und weitläufig und so ganz anders.

Wir mussten uns erst einmal dort zurecht finden. Die Kinder aus dem Schloss gewöhnten sich langsam an das Neue und erzählten noch sehr, sehr lange von dem alten Schloss. Ich erinnere mich und darum habe ich es aufgeschrieben.

Bärbel Reeh, Rittmarshausen, Januar 2019.

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